Bild von Rudy and Peter Skitterians auf Pixabay
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Gartenbau nach der Krise: Eine Branche blickt auf

Die Pandemie hat sich weltweit ausgewirkt, jedoch blickt der Gartenbau in eine optimistische Zukunft. Es zeigt sich, dass die Branche in 27 Ländern optimistisch ist, dass sich der Sektor nach der Krise schon bald wieder erholen wird. Dies basiert auf Grundlage von Umfragen von den Verbänden International Association of Horticultural Producers und FloraCulture International.

Fernabsatz kompensiert Verluste
Die Branche profitiert insbesondere aufgrund der Digitalisierung, denn Blumen oder auch Baumaschinen für den Gartenbau können auch Online geordert werden, wodurch später auch eine kontaktlose Lieferung erfolgen kann. Das kompensiert Verluste und insbesondere am Valentinstag wurde erkenntlich, dass diese Angebote durchaus genutzt werden. Die Öffnung nach dem Lockdown 2020 haben auch gezeigt, dass eine Eröffnung von den Menschen erwartet wurde. Die Umsätze übertrafen daraufhin beinahe den Vorjahreszeitraum, denn plötzlich hatte jeder Zeit, um seinen Garten oder die Terrasse für den Sommer herzurichten. Sicherlich konnte aber zum Beispiel nicht jeder Blumenladen seine Verluste kompensieren, dafür hat der Staat Hilfsanträge vorbereitet.

Wenige Staaten unterstützen den Gartenbau
Auf staatliche Hilfspakete darf aber nicht jeder hoffen, denn nur wenige Länder bieten überhaupt eine Hilfestellung für den Gartenbau oder auch für Blumenläden und Verleiher von Baumaschinen hierfür an. Doch es war auch so, dass in vielen Ländern diese Läden auch gar nicht schließen mussten. In 78 Prozent der teilnehmenden Ländern gab es aber eine staatliche Finanzhilfeleistung, wodurch 44 Prozent der Befragten immerhin die Möglichkeit hatten, dass Zuschüsse für Lohn- und Gehaltszahlungen möglich waren. In 59 Prozent der teilnehmenden Länder gab es ein Hilfsdarlehen und bei einem Drittel gab es für den Ausgleich von Umsatzverlusten spezielle Programme. Die besagten Verbände zum Beginn des Artikels hatten aber auch festgehalten, dass es für den Gartenbau eben kaum individuelle Hilfspakete gab. In Europa hatte lediglich die Niederlande über ein Notfallfonds gesorgt für Gartenbau und Landwirtschaft, wodurch 70 Prozent des Umsatzes geltend gemacht werden konnten. Weiterhin hatten die Verkäufer festgestellt, dass es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Umsatzeinbruch von 30 Prozent gab. In anderen Ländern wiederum gab es sogar einen Plus, es ist je nach Region und finanzielle Gegebenheiten unterschiedlich.

Wie geht es jetzt für die Branche weiter?
Aufgrund der Digitalisierung wird zum Beispiel der Baumaschinenverleih, welcher essentiell für die Beschaffung von Minibaggern und ähnlichem ist, kostengünstiger, sodass Privat- oder Firmengelände umgegraben werden kann oder der Blumenhandel floriert. Der Fokus wird sich weiter auf den E-Commerce gelenkt. Wichtig ist aber in diesem Schritt auch, dass der E-Commerce umweltfreundlicher wird. 81 Prozent der Teilnehmer in der Umfrage sind sich dabei sicher, dass der Anteil des Online-Handels massiv steigen wird. 33 Prozent der Befragten gehen zudem davon aus, dass sich die Anzahl an Akteure innerhalb der Lieferkette reduzieren wird. 56 Prozent erwarten aber auch einen Personalabbau bei den Produzenten von Gartenbau-Artikeln. Ein weiterer Vorteil aufgrund der Krise könnte sein, dass die Händler verstärkter Produzenten aus der Region wie zum Beispiel aus Seefeld bevorzugen werden, sodass Pflanzen- und Blumenimporte abnehmen werden, hiervon gehen 30 Prozent der Befragten aus. Durch neue Arten der Blumenzucht wäre dies tatsächlich ein möglicher Schritt, welcher aber derzeit noch nicht abzusehen ist. Insgesamt blickt die Branche aber optimistisch in die Zukunft.

 

Bildquelle: Rudy and Peter Skitterians Pixabay